Der Anbau von eigenem Gemüse sorgt für frische Bio-Qualität aus eigener Herstellung: Nicht nur im Garten, auch auf dem Balkon können vitaminreiche Gemüse- und Obstsorten angebaut werden.
Das Bewusstsein vieler Verbraucher hat in den letzten Jahren einen Wandel erfahren: Statt der billigsten Lebensmittel sind vor allem gesunde Produkte gefragt, auch wenn diese etwas mehr kosten. Nahrungsmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, reine Bio-Supermärkte verzeichnen wachsende Umsätze. Wer besonders günstig auf ökologisch einwandfreies Gemüse und Obst zurückgreifen möchte, der kann dieses auch selbst anbauen – dazu ist in vielen Fällen nicht einmal ein eigener Garten notwendig. Um die Bio-Qualität der selbstgezogenen Gemüsesorten zu gewährleisten, sollte schon bei der Auswahl des Saatguts auf eine entsprechende Qualität Wert gelegt werden – dasselbe gilt für den verwendeten Dünger. Gartencenter bieten zudem spezielle Bio-Erde an, die sich für den Anbau bestimmter Gemüsearten oder Kräuter optimal eignen soll. In vielen Fällen reicht jedoch auch normale Blumenerde, die mit etwas Torf oder Gartenerde vermischt wurde, völlig aus.
Gartenbesitzer haben naturgemäß einen Vorteil beim Gemüseanbau: Aufgrund der größeren Fläche können sie die Aufzucht der eigenen Pflanzen in einem Gewächshaus vornehmen oder ihre Beete für den Anbau nutzen. Balkonbesitzer sind flächenmäßig eingeschränkter, dennoch lassen sich auch hier gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen – stimmen Durchschnittstemperatur und Ausrichtung des Balkons, können sogar Gemüsesorten wie Paprika oder Auberginen angebaut werden. Ein Abdecken der Pflanzen mit lichtdurchlässigen und atmungsaktiven Zellstoffen schützt das Gemüse vor Schädlingen.
Gewächshäuser für den Garten gibt es in diversen Größen und Formen. Die lichtdurchlässigen Konstruktionen sorgen dafür, dass die Pflanzen sowohl vom Sonnenlicht als auch von der Strahlungswärme profitieren und gleichzeitig vor Regen und Insekten geschützt sind. Im Hochsommer können die Temperaturen im Inneren jedoch schnell 35 °C und mehr erreichen, was vielen Pflanzen schaden kann – aus diesem Grund ist auf eine Belüftungsmöglichkeit zu achten, um einen Wärmestau zu vermeiden. Gewächshäuser können im (Garten-)Baumarkt erworben werden, im Frühling und Sommer werden sie häufig auch von Discount-Verbrauchermärkten angeboten. Im Regelfall müssen die Konstruktionen selbst aufgebaut werden – meist wird zunächst ein Grundgerüst aus Metall- oder Kunststoffstangen zusammengesteckt oder verschraubt, anschließend werden die aus Kunststoff bestehenden Wände eingesetzt.
Ein relativ unkompliziert anzubauendes Gemüse ist der Kopfsalat. Das Saatgut sollte im März ausgebracht werden, ein Boden-ph-Wert ab etwa 5,5 gilt als ideal. Der Standort sollte sonnig sein, je nach den herrschenden Bedingungen können die ersten fertigen Salatköpfe mindestens 60, höchstens 120 Tage nach dem Aussähen geerntet werden. Zu Anfang empfiehlt es sich, das Beet oder den Blumenkasten abzudecken, um die Pflanze vor Starkregen und vor allem vor Schädlingen zu schützen. Karotten sind ebenfalls für den Eigenanbau geeignet, am besten gedeihen sie bei Durchschnittstemperaturen um die 17 °C. Beim Anbau ist darauf zu achten, dass das Pflanzgefäß eine ausreichende Tiefe aufweist, damit das Wachstum der Früchte nicht behindert wird. Je früher die Möhren angebaut werden, desto weniger Zeit vergeht bis zur Ernte – der erste Frost verhindert hingegen ein weiteres Wachstum.