In den 60er Jahren änderte sich das Bewusstsein der jungen Menschen fundamental. Mit dem Mief der alten Bundesrepublik sollte aufgeräumt werden. Das zeigte sich auch an den Möbeln.
Eiche rustikal, Plüschsofas und Häkeldeckchen - was der älteren Generation in den 60er Jahren für Gemütlichkeit und Wirtschaftsaufschwung stand, war für ihre Kinder miefig und spießig. Ein anderes Design musste her und das neue Bewusstsein auch beim Wohnen untermalen.
Statt schwerer dunkler Möbel und Stoffe sollten Farbe und Leichtigkeit in die Zimmer kommen. Futuristische Wohnlandschaften, an Raumschiffe erinnernd, wie sie 1969 auf der Leverkusener Möbelmesse ausgestellt wurden, wiesen in die Zukunft. Auch in den Sitzmöbeln zeigte sich die neue Lässigkeit. 1966 kam die Sitzkugel auf den Markt, die wie eine Höhle gestaltet war. Die kugelförmigen, weiß lackierten Pendellampen, die heute wieder sehr beliebt sind, kamen 1960 auf den Markt.
Während bei diesen Experimenten vor allem Kunststoff und ungewöhnliche Formen dominierten, die an die Mitte der 50er Jahre entstandene Pop Art angelehnt waren, arbeitete das sogenannte skandinavische Design mit Echtholz und klaren, einfachen Linien. Auch hier galt, dass Design dem Menschen dient, und nicht nur dem, der es sich leisten kann. Für die Demokratisierung des Möbeldesigns stehen skandinavische Entwürfe noch heute.