Der Teufel steckt im Detail: Besonders bei Möbelstücken sind giftige und umweltbelastende Stoffe oftmals unauffällig im Lösungsmittel oder Klebstoff versteckt. Öko-Gütesiegel sorgen für eine strenge Kontrolle.
Bei der Herstellung ökologischer Möbel wird nicht nur auf die Herkunft der Rohstoffe wie Holz und Wolle geachtet, sondern auch auf die schadstofffreie Verarbeitung und Produktion der Materialien. Wer Möbel bewusst und mit einem kritischen Blick auf Inhaltsstoffe und Prüfsiegel kauft, sorgt für ein umweltverträgliches Raumklima in den eigenen vier Wänden, das insbesondere Allergikern, Kindern und dem persönlichen Wohlbefinden zugutekommt.
Ein ökologisches Möbelstück darf nur so genannt werden, wenn alle Materialien einer kritischen Prüfung durch eines der zahlreichen Gütesiegel unterzogen wurden. Dazu gehört beispielsweise das vom Umweltamt vergebene Siegel Blauer Engel, das neben der Gebrauchstauglichkeit und Sicherheit auch für eine schadstoffarme Ausführung steht. Öko Tex Standard 100 wiederum achtet darauf, dass keine krebserregenden oder allergieauslösenden Stoffe in den verwendeten Textilien der Möbel stecken.
Einer der großen europäischen Verbände, der Gütesiegel für ökologische Möbelstücke vergibt, ist ÖkoControl. Der Verband ökologischer Einrichtungshäuser garantiert eine möglichst hohe Freiheit von Schadstoffen, da er seine Möbel in verschiedenen unabhängigen Prüfinstituten kontrollieren lässt. Das ÖkoControl Siegel steht somit für Möbel, deren Holz nicht aus den Tropen, sondern aus nachwachsenden Quellen stammt. Auch die Oberflächenbehandlung durch Lasuren, Wachse oder Öle erfolgt auf einer natürlichen und schadstofffreien Grundlage. Bei der Polsterung und Verwendung von Textilien wird auf synthetische Stoffe verzichtet und beispielsweise nur 100 Prozent natürlicher Latex akzeptiert. Eine synthetik- und metallfreie Verarbeitung steht auch bei Matratzen im Vordergrund. Diese erhalten kein Siegel, wenn sie nicht aus natürlichen Materialien gefertigt wurden und darüber hinaus Motten- oder Flammschutzmittel enthalten. Auch die Futons bestehen aus natürlichen Materialien wie Kapok, Kokos, Rosshaar, Schur- oder Baumwolle.
Beim Kauf von Möbeln gelten neben dem ausgezeichneten Siegel folgende Kriterien, an denen sich Kunden orientieren können, die auf Formaldehyde und giftige Holzschutzmittel verzichten wollen: Die verwendeten Materialien, vorzugsweise Bambus, Baumwolle oder Holz, sind aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt. Polster, Bezüge und Matratzen bestehen aus natürlichen Füllungen und idealerweise sind die Textilien kontrolliert ökologisch angebaut. Bio-Möbel mit ÖkoControl-Siegel können mittlerweile in bis zu 55 Möbelhäusern gekauft werden.